Die Schule mit Hand und Herz

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Haranni-Gymnasium Herne
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Kategoriebild Betreuung

Aus Hausaufgaben werden in der Ganztagsschule Lernzeiten. Dies bedeutet, dass Lehrer keine Hausaufgaben mehr aufgeben, sondern Lernaufgaben, welche die Schülerinnen und Schüler innerhalb der Lernzeiten selbstständig erledigen. Einzige Ausnahmen bilden das Lernen von Vokabeln im Fremdsprachenunterricht sowie das sporadische Erledigen kleinerer Aufgaben für längerfristige Projekte in einzelnen Fächern oder das Lernen für Klassenarbeiten.
Die Lernaufgaben werden – wie zuvor die Hausaufgaben – im Fachunterricht besprochen und ausgewertet. Die Lernzeiten werden von Fachlehrerinnen und Fachlehrern sowie qualifiziertem pädagogischem Personal betreut, so dass eine kompetente Begleitung der Kinder sicher gestellt wird.
Bereits zu Beginn von Klasse 5 erlernen die Schülerinnen und Schüler den angemessenen Umgang mit sowie das passende Verhalten in den Lernzeiten, so dass nahtlos an die in der Grundschule bereits erworbene Selbstständigkeit im Unterricht (z.B. in Freiarbeitsphasen oder in der Wochenplanarbeit) angeknüpft werden kann.
Dazu verpflichten sich die Schülerinnen und Schüler bereits zu Beginn der Klasse 5 in einem durch die Klassenleitungen durchgeführten Methodentraining zu folgenden Regeln:

  • Zu Beginn der Lernzeit habe ich alle notwendigen Materialien für das jeweilige Fach geholt und sie liegen auf meinem Tisch bereit (alle anderen Bücher, Hefte, etc. sind also in meiner Schultasche).
  • In den ersten 3-5 Minuten lese ich die Aufgaben mehrfach und gründlich durch, bei Problemen im Verständnis wende ich mich flüsternd an den Lehrer (vorher: aufzeigen).
  • Ich beginne zügig und arbeite konzentriert. Ich beachte die Grundregel, dass in der ersten Arbeitsphase (20 Minuten) völlige Stille herrscht.
  • Wenn ich Probleme bei der Lösung habe, suche ich Hilfe im Buch, im Workbook oder im (Regel-) Heft.
  • Nach 25 Minuten ist ein leiser Austausch oder eine Ergänzung des Materials mit meinem Sitznachbarn gestattet. Jetzt kann ich mich an den Lehrer wenden, wenn ich noch Fragen habe. Dann folgt wieder eine stille Arbeitsphase von 15 Minuten. Ich beachte, dass ich erst Aufgaben abschließe, bevor ich neue beginne.
  • Ich beginne Zusatzaufgaben (-> Ordner) erst, wenn ich die Pflichtaufgaben erledigt habe.
  • Sollte ich frühzeitig mit allen Aufgaben fertig sein, so nutze ich die verbleibende Zeit, um ältere Aufgaben zu wiederholen oder dort gemachte Fehler zu verbessern.
  • Ich bin mir bewusst, dass ein Verstoß gegen die Regeln (Trödeln, Stören, etc.) zu zusätzlichen Aufgaben und Nacharbeit führen kann. Bei wiederholtem Fehlverhalten führt dies zu einem Elterngespräch.
  • Wenn ich (länger) krank war, spreche ich mit den Fachlehrern ab, welche Aufgaben nachzuholen sind. In der Klasse wird auch abgesprochen, welche(r) Mitschüler(in) dir die Aufgaben vorbeibringt.
  • Ich lege die Lernzeitaufgaben am Wochenende meinen Eltern vor. Sie zeichnen ab, dass die Aufgaben erledigt worden sind, meine Lösungen sollen sie nicht korrigieren.
  • Vokabeln müssen möglichst täglich zu Hause gelernt werden.

Praktisch gestalten sich die Stunden so, dass in Klasse 5 die drei Hauptfachlehrer (Mathematik, Deutsch, Englisch) in ihrem Unterricht Lernaufgaben aufgeben, welche dann in den Lernzeiten möglichst selbstständig und vollständig bearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler notieren sich diese Aufgaben in einem Lernaufgabenheft und legen ihren Eltern die erledigten Aufgaben am Wochenende vor. Diese bestätigen durch ihre Unterschrift, dass die Aufgaben erledigt worden sind, korrigieren jedoch nicht die Lösungen. Die bearbeiteten Lernaufgaben dienen – ähnlich wie Hausaufgaben – zur Einübung und Festigung im Unterricht erlernter Inhalte und fließen auch in diesen zurück. Daher werden die Lernaufgaben im Unterricht besprochen und hier erfolgt auch ggf. eine Fehlerkorrektur.
Für Kinder, welche weitere Übungsangebote benötigen, gibt es darüber hinaus noch Material in Form von Ordnern für die einzelnen Hauptfächer, welche zur Bearbeitung zur Verfügung stehen. Das Material ist so konzipiert, dass es an den aktuellen Unterricht angebunden ist und Lösungen zur Selbstkontrolle bietet. Außerdem ist es differenziert gemäß den jeweiligen Stärken und Schwächen sowie Interessen.
Darüber hinaus wird in Klasse 5 die vierte Lernzeit von den Fächern Musik (1. Halbjahr) und Kunst (2. Halbjahr, auf Wunsch der Fachschaften alternierend) durch ggf. klassenübergreifende Projekte gestaltet. Damit soll neben dem fachlichen Lernen auch das musisch-kreative Lernen gefördert werden, welches ein wichtiger Beitrag für unseren ganzheitlichen Ansatz darstellt.
Lernzeiten sind daher ein wichtiger Baustein in unserem Ganztagsschulkonzept, denn einerseits bieten sie Gelegenheit zum selbstständigen Lernen, andererseits ermöglichen sie aber auch – wenn nötig oder sinnvoll – eine gezielte individuelle Förderung sowohl von Stärken als auch Schwächen.

Lernzeiten

In der Mittelstufe: Das offene Lernzeitenband

Ab dem Schuljahr 2017/18 wird der erste Jahrgang im Ganztag in die Mittelstufe am Gymnasium übergehen. Um dem wachsenden Bedarf an Unterstützung in dieser Altersstufe, welcher mit einem zunehmenden Komplexitäts- und Abstraktheitsgrad der Unterrichtsgegenstände einhergeht, gerecht zu werden und um dem steigenden Bedürfnis nach Autonomie und Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen, sollen ab Klasse 7 (bis einschließlich Klasse 9) die Lernzeiten der Klassenverbände zugunsten von gemeinsamen jahrgangsstufenübergreifenden Lernzeitenbändern mit dem Prinzip der freien Raumwahl aufgegeben werden.
Das Lernzeitenband in Klasse 7 umfasst vier Stunden, welche vormittags und nachmittags erteilt werden sollen. Die vierte Stunde dieser Lernzeit integriert das vormals etablierte Förderband in Klasse 7 und ermöglicht ebenso die individuelle Förderung sowohl von leistungsstarken als auch leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern.
Die Lernzeiten werden in unterschiedlichen Räumen von Fachlehrerinnen und -lehrern betreut. Eine Liste mit möglichen Räumen wird den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Schuljahres ausgeteilt und hängt auch am Aushang für die Sekundarstufe I. Neben Räumen für die Bearbeitung von Aufgaben in Gruppen soll es auch einen Raum für die Stillarbeit („Silentium“) geben, in dem absolute Ruhe vorherrscht. Schülerinnen und Schüler, welche sich dazu entscheiden, dort zu arbeiten, müssen eventuell aufkommende Fragen auf die nächste Lernzeit verschieben.
Die Aufgaben, welche in diesen Stunden erledigt werden müssen, werden von den jeweiligen Fachlehrern in ihrem Unterricht (in der letzten Stunde vor der ersten Lernzeit) erteilt und können erst in der darauffolgenden Woche im Fachunterricht eingefordert werden. Die Schülerinnen und Schüler notieren die Aufgaben im Lernplaner und haben so die Möglichkeit, die Bearbeitung der Aufgaben selbst zu koordinieren. Sie müssen auch selbst dafür Sorge tragen, dass sie das benötigte Material mitbringen.
Für Schülerinnen und Schüler, welche die vierte zusätzliche Lernzeit nicht benötigen, werden in der vierten Lernzeit weitere Angebote vergleichbar mit der Enrichment-Förderung im Förderband (beispielsweise Teilnahme an Wettbewerben, Experimente, etc.) gemacht. Dies ermöglicht auch den Fachschaften z.B. der naturwissenschaftlichen Fächer, Angebote zu machen. Die Teilnahme ist freiwillig, sollte aber dann konstant über ein Halbjahr erfolgen.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Schülerinnen und Schülern in den Kernfächern mit zusätzlichen Förderangeboten (vor allem in den Fächern Mathematik und Latein) bei auftretenden Lernschwierigkeiten zu unterstützen. Hier ist die Teilnahme aufgrund der Empfehlung eines Fachlehrers Voraussetzung. Die Angebote werden mindestens quartalsweise durchgeführt, ggf. gewechselt und sind nicht freiwillig.
Die Anwesenheit in den Lernzeiten wird den Schülern von den betreuenden Kolleginnen und Kollegen in ihrem Lernplaner bestätigt und gleichzeitig wird die Anwesenheit in der letzten Lernzeit überprüft. Fehlende Unterschriften im Lernplaner sind mit unentschuldigten Fehlstunden gleichzusetzen und führen zu weiteren Konsequenzen.
Sollten Schülerinnen und Schüler in den Lernzeiten sich nicht gemäß den Vereinbarungen verhalten, so können Fachlehrerinnen und -lehrer sie für eine bestimmte Dauer auch von ihren jeweiligen Räumen ausschließen.
Insgesamt soll diese offene Organisation der Lernzeiten jedoch ein ruhigeres und zielgerichtetes Arbeiten ermöglichen.

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